Finanzierung

Niemand arbeitet freiwillig. Auch nicht, wenn der Chef Gott ist:

Weiter sagte der Herr zu Aaron: »Für den Dienst, den ihr mir leistet, bekommt ihr einen Teil von den Opfergaben, die die Leute von Israel mir bringen. Dies gilt für alle Zukunft.
4.Mose 18,8

Die oberste Riege der Geistlichen musste sich also keine Sorgen mehr machen. Es geht aber noch weiter:

Außerdem gehört euch alles in Israel, was mir unwiderruflich geweiht worden ist, auch alle Erstgeburten bei Mensch und Tier, die mir von den Israeliten gebracht werden.
4.Mose 18,14

Das ist nun natürlich reichlich unpraktisch: Was will man schon mit allen erst-geborenen Menschen? Zum Glück hat Gott eine Lösung:

Doch müsst ihr anstelle der erstgeborenen Kinder einen entsprechenden Geldbetrag annehmen. Das Gleiche gilt für die Erstgeburten von solchen Tieren, die nicht als Opfer zugelassen sind. Für die erstgeborenen Kinder sind, wenn sie das Alter von einem Monat erreicht haben, fünf Silberstücke zu entrichten, gewogen nach dem Gewicht des Heiligtums.
4.Mose 18,15-16

Als ich das letzte mal über finanzielle Abgaben geschrieben habe, wurde ich im Kommentar darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um eine einmalige Aktion gehandelt hat. Nicht so hier:

Diese Vorrechte gelten für alle Zukunft. Sie sind in meinen Augen so unwiderruflich wie ein Vertrag, der durch gemeinsames Essen von Salz besiegelt worden ist.«
4.Mose 18,19

Hier liegt also der Grundstein für den Reichtum der Kirche!

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Hölle

Bis jetzt starben die Menschen einfach. Es wurde noch kein Wort darüber verloren, was danach passiert. Nun würde ich behaupten, hier den ersten Hinweis auf die Hölle gefunden zu haben:

So stürzten sie alle lebendig in die Totenwelt hinunter und die Erde schloss sich über ihnen. Ohne eine Spur zu hinterlassen, waren sie mitten aus der Gemeinde heraus verschwunden.
4.Mose 16,33

Diese nur als Randnotiz. Kein weiterer Kommentar.

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Gnädig

Auf einer Seite kommt folgender Satz so oder ähnlich gleich fünf mal vor:

Das ist ein Opfer, das den Herrn gnädig stimmt.
4.Mose, 15,7

Ich begreife einfach nicht, wie man an einen Gott glauben will/kann/soll, denn man die ganze Zeit gnädig stimmen muss! Sollte Gott nicht per se gnädig sein?
Er kommt mir vor wie ein Kind vor, dem man die ganze Zeit Süssigkeiten geben muss, weil es sonst gleich die ganze Wohnung verwüstet.

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Leben

Hier habe ich eine interessante Äusserung gefunden:

Sage zu ihnen: Ich, der Herr, schwöre euch: Was ihr da gesagt habt, lasse ich in Erfüllung gehen – so gewiss ich lebe!
4.Mose 14,28

Gott lebt? Impliziert dies also nicht auch, dass er sterblich ist? Wenn nicht, sollte es dann nicht heissen “so gewiss ich bin”? Wenn Gott sterblich wäre, könnte es also sein, dass es ihn inzwischen gar nicht mehr gibt? DAS sind mal Fragen!

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Fleisch

Nachdem Mose am Berg Sinai alle Gebote und Regeln empfangen hat, machte sich das Volk Israel wieder auf den Weg ins gelobte Land. Kaum unterwegs wurde das Volk unruhig und verlangte nach etwas anständigem zu essen:

Wenn uns doch nur jemand Fleisch verschaffen würde! 4. Mose 11,4

Dem würden man nun grundsätzlich mal zustimmen. Immerhin ist das ganze Volk in der Wüste, und da gibt es nun mal nicht allzu viel zu beissen. Interessant finde ich es aber in diesem Zusammenhang:

Alles in allem brachten die zwölf Stammesoberhäupter als Gaben für die Einweihung des Altars:
12 Silberschüsseln und 12 Silberschalen mit einem Gesamtgewicht von 27600 Gramm;
12 Goldschalen mit einem Gesamtgewicht von 1440 Gramm, gefüllt mit Weihrauch;
12 Stiere, 12 Schafböcke und 12 einjährige Schafe als Brandopfer sowie die dazugehörigen Speiseopfer;
12 Ziegenböcke als Sühneopfer;
24 Rinder, 60 Schafböcke, 60 Ziegenböcke und 60 einjährige Schafe als Mahlopfer.
4.Mose, 7,84-88

Für irgendwelche Opferrituale scheint es also füglich Tiere vorrätig zu haben, aber nicht als Speise für das gemeine Volk. Das finde ich einerseits sehr fragwürdig. Auf der anderen Seite darf es Mose auch nicht erstaunen, wenn mit diesem Politik das Volk unruhig wird. Vom Glauben alleine hat halt auch niemand gelebt.
Noch eine interessante Randbemerkung: Bei jedem Mahlopfer erhält der Priester einen gewissen Anteil am Fleisch. Schon damals hatte die Obrigkeit der Kirche also nichts leiden, während sich die Leute mit trockenem Brot durchseuchen mussten.

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Rückblick 3. Mose / Levitikus

Nein, ich habe noch nicht aufgegeben! Aber das dritte Buch Mose ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Über zwanzig Seiten werden Gesetze für alles und jedes aufgelistet. Das ist so trocken, dass mich nur schon das Inhaltsverzeichnis vom Weiterlesen abgehalten hat. Deshalb hat es nun ein bisschen gedauert. Einen kurzen Rückblick gibt es trotzdem. Wer es genauer wissen will, verweise ich gerne an die Wikipedia.

Zu Beginn werden alle Arten von Opferungen dargelegt, wie und wann diese Auszuführen sind und was mit dem Fleisch genau gemacht werden soll. Nur schon diese Kapitel wären einen Grund gewesen, die Bibel gleich wieder zur Seite zu legen.

Danach folgt der erste Opfergottesdienst, wo innhalb sieben Tage ganze neun Stiere, ein Ziegenbock und sechzehn Schafböcke verbrannt wurden! Nicht schlecht für ein Volk, welches sich auf der Flucht durch eine Wüste befindet.

In 11.7 steht die Grundlage, warum noch heute im Judentum und Islam kein Schweinefleisch gegessen wird. Weiter geht’s mit einer äusserst langfädigen Auseinandersetzung mit aussätzigen Leuten.
Und nun weiss ich endlich, woher der Begriff Sündenbock kommt (siehe 16.20). Interessanterweise wird auch Wahrsagerei und Zauberei hier explizit verboten. Und man darf sich während des Trauerns nicht tätowieren lassen. Warum auch immer.

Weiter möchte ich auf das dritte Buch Mose gar nicht eingehen. Vieles hat bei mir Kopfschütteln ausgelöst und liesse sich sicher auch genüsslich zerlegen. Aber was will ich hier auf irgendwelchen uralten Regeln rumhacken. Ich bin froh, das Levitikus (davon kommt übrigens “jemandem die Leviten lesen”) hinter mit zu haben und hoffe, dass die weitere Literatur ein bisschen interessanter wird.

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Rückblick 2. Mose / Exodus

Das zweite Buch Mose startet recht flott mit der Ernennung Moses zum Retter des Volkes Israel und den zehn Plagen, welche die Flucht aus Ägypten überhaupt ermöglichten. Es folgten die Teilung des Meeres und die zehn Gebote, welche Mose auf dem Berg Sinai entgegen nehmen konnte. Auch die Geschichte vom Goldenen Kalb ist allgemein bekannt.

Dazwischen gab es aber einige äusserst langatmige Stellen: Einem Gesetzbuch gleich werden Regeln und Gebote für nahezu jede (damals) erdenkliche zwischenmenschliche Unstimmigkeit definiert. Später erfolgt eine längere Anweisung zum Bau des heiligen Zeltes inklusive der Art des zu verbrennenden Öls und der Bekleidung der Priester.

Interessant finde ich, dass es sehr viele Dialoge direkt zwischen Mose und Gott gibt. Letzterer spricht nicht über einen Stellvertreter (z.B. einen Engel) oder im Traum mit Mose, sondern ganz direkt. Da wir also direkt einem Gespräch mit Gott lauschen, lassen sich auch einige Rückschlüsse auf sein Wesen ziehen. Angriffe auf seine Person nimmt er äusserst persönlich und reagiert in diesen Situationen schnell mal zornig. Und wenn Gott zornig wird, lässt er schon mal ganze Völker dahinraffen.

Was mich insbesondere erstaunt ist die enge Verbindung von Gott mit dem Volke Israel. Alle anderen Menschen scheinen nicht sonderlich in seiner Gunst zu stehen. Warum will/wollte die (katholische) Kirche unbedingt andere Menschen von Ihrem Glaube überzeugen, wenn diese doch gar nicht sonderlich von Gott beachtet werden? Ich bin gespannt, ob und wann der in der Bibel beschriebene Gott als Gott aller Menschen dargestellt wird.

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Grenzenlose Güte

Für das Zitat, auf welches ich heraus will, muss ich zuerst ein bisschen ausholen: Während Mose auf dem Berg Sinai weilt, erstellt das Volk Israel unter Anleitung von Aaron das berühmte Goldene Kalb. Diese beten sie an, was weder Gott noch (zwangläufig) Mose sehr amüsant findet. Ersterer will gar zu drakonischen Massnahmen greifen:

Weiter sagte der Herr zu Mose: »Ich habe erkannt, dass dies ein widerspenstiges Volk ist. Deshalb will ich meinen Zorn über sie ausschütten und sie vernichten.
2. Mose 32,9

Dank gutem Zureden konnte Mose aber sein Volk retten. Als er aber vor Ort selbst das goldene Kalb und die darum tanzenden Leute erblickte, zerstörte er das Kalb und rief:

»Her zu mir, wer zum Herrn hält!«
2.Mose 32,26

Alle Leviten kamen und Mose sagte zu ihnen:

»So spricht der Herr, der Gott Israels: Nehmt euer Schwert und geht durch das ganze Lager, von einem Tor zum andern! Tötet alle, die schuldig geworden sind, selbst eure Brüder, Verwandten und Freunde!«
2.Mose 32,27

Und dies taten sie auch:

Die Leviten führten den Befehl aus und töteten an jenem Tag dreitausend Mann.
2.Mose 32,28

Dreitausend Mann werden an einem Tag in Gottes Namen umgebracht! Dieses Massaker muss man sich einmal vorstellen.

Und nun komme ich zu des Pudels Kern: Zwei Seiten weiter sagt Gott folgendes zu Mose:

Ich bin ein Gott voll Liebe und Erbarmen. Ich habe Geduld, meine Güte und Treue sind grenzenlos. Ich erweise Güte über Tausende von Generationen hin, ich vergebe Schuld, Verfehlung und Auflehnung; aber ich lasse auch nicht alles ungestraft hingehen. Wenn sich jemand gegen mich wendet, dann bestrafe ich dafür noch seine Kinder und Enkel bis in die dritte und vierte Generation.
2.Mose 34,6

Ich halte diese Aussage für einen Widerspruch in sich. Denn grenzenlos ist ein starkes Wort, welches keinen Interpretationsspielraum lässt. Trotzdem proklamiert Gott zuerst seine grenzenlose Güte und Treue, um diese im nächsten Satz schon wieder einzuschränken. Und zwar nicht zu knapp: Seine Feinde will er bis in die vierte Generation bestrafen.
Im ersten Zitat dieses Artikels will er gleich das ganze Volk vernichten. Nennt man dass Geduld und grenzenlose Treue? Wo bleibt die Vergebung für die Auflehnung?
Wiederholt kündigt er die Vertreibung der anderen Völker an, welche bis a dato im gelobten Land leben. Wo ist da die grenzenlose Güte? Wem wird dabei die Schuld und Verfehlung vergeben?

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Schutzgeld

Nach der Bauanleitung für die Bundeslade folgten noch über sieben Seiten, auf denen haarklein beschrieben wird, wie das heilige Zelt gebaut werden soll, was die Priester für Kleidung tragen sollen, wie er in sein Amt eingesetzt werden soll, welche Opfer zu erbringen sind und dergleiche mehr. Als ich schon fast eingeschlafen war, kommt das Kapitel mit dem Titel “Die Kopfsteuer für das Heiligtum”. Gott schreibt eine Kopfsteuer vor?!?

Der Herr sagte zu Mose: »Wenn du die Zahl der wehrfähigen Männer in Israel feststellst, muss jeder der Gezählten mir ein Sühnegeld für sein Leben zahlen. Sonst könnte zur Strafe eine schwere Seuche unter ihnen ausbrechen. Jeder männliche Israelit ab 20 Jahren muss mir als Opfergabe ein halbes Silberstück zahlen, gewogen nach dem Gewicht des Heiligtums, das Silberstück zu zwölf Gramm.
2. Mose 30,11

Gott scheint Marxist zu sein:

Ein Reicher soll nicht mehr zahlen und ein Armer nicht weniger. Mit dieser Abgabe leistet ihr Sühne, damit ihr am Leben bleibt.
2. Mose 30,15

Und hier noch, was mit dem Geld anzufangen ist und vorallem warum es überhaupt abzugeben ist:

Du nimmst das Geld von den Männern Israels in Empfang und gibst es den Priestern für den Dienst am Heiligen Zelt. Es soll die Israeliten bei mir in Erinnerung bringen, damit ich mich ihnen freundlich zuwende und sie verschone.«
2. Mose 30,16

Gott hat doch die Menschen selbst erschaffen. Und nun müssen die Menschen dafür bezahlen, dass sie am Leben bleiben dürfen? Ist Gott ein Mafiaboss, der Schutzgeld eintreibt?

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Bastelstunde

Liebe Kinder, heute basteln wir uns eine Bundeslade! Alles was Ihr dazu braucht, ist etwas Akazienholz und einen kleinen Goldbarren. Alles bereit? Dann kann’s ja los gehen!

Die Israeliten sollen eine Lade aus Akazienholz anfertigen: eineinviertel Meter lang, drei viertel Meter breit und ebenso hoch. Außen und innen soll sie mit reinem Gold überzogen sein und ringsum mit einer Goldleiste verziert. Lass vier Ringe aus Gold gießen und sie an den vier Ecken anbringen, sodass an jeder Längsseite zwei Ringe sind. Weiter lass Stangen aus Akazienholz machen und sie mit reinem Gold überziehen. Die Stangen sollen durch die Ringe an den Seiten der Lade gesteckt werden, damit man die Lade tragen kann. Die Stangen müssen in den Ringen bleiben und dürfen nicht entfernt werden. [...] Lass eine Deckplatte aus reinem Gold herstellen, die in den Maßen genau auf die Lade passt. An den beiden seitlichen Enden der Deckplatte werden zwei geflügelte Kerubenfiguren aus getriebenem Gold angebracht. Sie stehen einander zugewandt, den Blick auf die Deckplatte gerichtet; ihre Flügel halten sie schirmend über der Platte ausgebreitet.
2. Mose 25,10

War doch gar nicht so schwierig, oder? Und das nächste Mal bauen wir uns ein schönes Holzpferd! Bis bald!

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